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Land und Leute
Wirtschaft
Die Landwirtschaft des Landes erzeugt vor allem Baumwolle, wobei die erforderliche Bewässerung der Felder große Probleme nach sich zieht, da der Nilpegel allmählich sinkt. Darüber hinaus muss seit der Errichtung des Assuan-Staudammes bei der Bewirtschaftung der Felder Kunstdünger eingesetzt werden, da der natürliche Nilschlamm vom Staudamm zurückgehalten wird. Unter Staatspräsident Mubarak wurde die bis zu diesem Zeitpunkt auf sowjetisches Vorbild ausgerichtete Planwirtschaft in eine westlichere, offenere Strategie geführt.
Der Suezkanal, der Export von Erdöl und -gas und vor allem auch der Tourismus sind große Devisenbringer des Landes. Die Anschläge islamischer Fundamentalisten in den 90er-Jahren haben der Tourismusindustrie Ägyptens zunächst zwar großen Schaden zugefügt, aber nicht langfristig zu Besuchereinbußen geführt.
Religion
Die Staatsreligion Ägyptens ist der Islam, der das tägliche Leben in Ägypten bestimmt. Über 90 Prozent der Ägypter sind Moslems, Christen kommen auf knapp 6 Prozent. Der starke Einfluss des Islams auf das öffentliche Leben in Ägypten zeigt sich auch an den recht hohen Preisen für Alkohol und am reduzierten öffentlichen Leben während des Ramadans.
Vegetation
Die Vegetation in Ägypten beschränkt sich im Wesentlichen auf das Niltal, das Nildelta und die Oasen. Die verbreitetste Baumart ist die Dattelpalme. Daneben gibt es einheimische Arten wie Maulbeerbäume, Akazien, Tamarisken, Johannisbrotbäume und eingeführte Arten wie Zypresse, Mimose oder Eukalyptus. In den Trockengebieten findet man Halfagras und Dornstraucharten. Entlang des Nils stehen Eukalyptusbäume und Schilf. Papyrus und Lotus sind nur noch vereinzelt zu finden. Besonders im fruchtbaren Deltagebiet und im Niltal wachsen u.a. Gemüse, Wein und Blumen. Kultivierte Nutzpflanzen sind Baumwolle, Getreide und Reis, Zuckerrohr und Futterklee. An der Spitze der Sinai-Halbinsel ist ein Mangrovengürtel unter Schutz gestellt worden.
Tierwelt
Ägypten weist wegen des trockenen Klimas nur wenige Wildtierarten auf. Etwa 100 verschiedene Fischarten leben im Nil und in den Seen des Deltagebiets. Dabei ist der Artenreichtum im Nil selber zurückgegangen, sehr vermehrt hat sich der Katzenwels. In den Seen finden sich viele Süßwasserfische, besonders schön ist der Afrikabuntbarsch im Nassr-See. Nilkrokodile leben im Nassr-See und können bis zu drei Meter lang werden. Nilpferde sind nicht mehr zu sehen. Im roten Meer findet sich eine reichhaltige Unterwasserwelt mit Korallen, Papageienfisch und dem Juwelen-Zackenbarsch. Auch Haie und Rochen leben hier. Dromedare, Esel, Rinder und Wasserbüffel sind verbreitete Nutztiere. Häufig sieht man Taubenhäuser. In den Wüstengebieten leben Wüstenfüchse, Schakale, Streifenhyänen und Gazellen. Auf dem Sinai streifen einige wenige Leoparden durch Wüste und Berge. Mit etwa 300 verschiedenen Arten bietet Ägypten bei den Vögeln eine große Artenvielfalt. Dazu gehören der Silberreiher, Wiedehopf, Pelikan, Flamingo, Wachtel und Schnepfen. Am häufigsten sieht man den weißen Kuhreiher an den Nilufern. Zu den heimischen Greifvögeln zählen Adler, Falke, Milan und Bussard. Im Frühjahr kommen viel Zugvögel nach Ägypten, die hier auf ihrem Flug in noch südlichere Gefilde Zwischenstation machen.